Ausgangslage

Ob in USA, Großbritannien oder Belgien, ob in Finnland, Italien, Russland, Kasachstan oder China: Überall schrumpfen Städte. Die dramatische Entwicklung in Ostdeutschland seit 1989, die zu einem Leerstand von über einer Millionen Wohnungen, zur Aufgabe von unzähligen Industriearealen und sozialen wie kulturellen Einrichtungen geführt hat, erweist sich nicht als Einzelfall, sondern als allgemeines Muster unserer Zivilisation. Schrumpfstädte widersprechen dem seit der Industriellen Revolution gewohnte Bild der "boomtown", einer von stetigem wirtschaftlichen und demographischen Wachstum geprägten Großstadt. Schrumpfstädte provozieren ein Umdenken sowohl im Hinblick auf traditionelle Vorstellungen der europäischen Stadt als auch auf die zukünftige Entwicklung urbaner Welten. Die durch Schrumpfung verursachten, einschneidenden Veränderungen der Städte stellen deshalb nicht nur eine ökonomische und soziale, sondern auch eine kulturelle Herausforderung dar. Urbane Schrumpfung ist städtebaulich kaum zu steuern und bringt eine Vielzahl von Problemen mit sich. Es entstehen neue Stadttypen, für deren Eigenart bisher weder Vorstellungsbilder noch Gebrauchsformen existieren.
Mehr dazu unter www.shrinkingcities.com

Das Projekt

Schrumpfende Städte, ein dreijähriges Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, will die in Deutschland geführte städtebauliche Debatte, die sich bislang auf Fragen des Abriss von überzähligen Wohnungen und der Aufwertung von Wohnquartieren konzentriert hat, um neue Fragestellungen und Perspektiven erweitern.
Das Projekt stellt dazu die Entwicklungen in Ostdeutschland in einen internationalen Zusammenhang und bezieht dabei unterschiedliche künstlerische, gestalterische und wissenschaftliche Disziplinen in die Suche nach Handlungsstrategien ein. Die Schwerpunkte des Forschungs- und Ausstellungsprojekts Schrumpfende Städte bestehen zu einem aus einer internationalen Untersuchung von Schrumpfungsprozessen (erste Projektphase), zum anderen aus der Entwicklung von Handlungsstrategien für Ostdeutschland (zweite Projektphase).
Mehr dazu unter http://www.shrinkingcities.com/projekt.0.html

Interventionen für Ostdeutschland

Innovative Lösungsansätze werden vom Projekt Schrumpfende Städte in zweierlei Weise initiiert. Zum einen schrieb das Projekt gemeinsam mit der Architekturzeitschrift archplus im Januar 2004 einen internationalen, offenen Ideenwettbewerb aus. Zum anderen wurden über die zwei weiteren Projektpartner, die Stiftung Bauhaus Dessau und die Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig, themenbezogene Direktaufträge und Arbeitsstipendien vergeben. Auf diese Art entsteht ein Angebot potenzieller Interventionen, die beispielhaft Perspektiven für den kulturellen Umgang mit schrumpfenden Städten bieten. Dies gibt den jeweiligen Standorten Impulse für die Diskussion ihrer neuen Lage und den lokalen Akteuren neue Handlungsmöglichkeiten.
Mehr dazu unter http://www.shrinkingcities.com/projekt.0.html

Die Ausstellung "Schrumpfende Städte", die ab dem 19. November 2005 in Halle (Saale) zu sehen ist, konfrontiert das Publikum mit dem Thema urbaner Schrumpfungsprozesse. Vorbereitend dazu wurden seit Winter 2002 an den Standorten Detroit (USA), Manchester / Liverpool (Großbritannien), Ivanovo (Russland) und Halle / Leipzig (Deutschland) lokale interdisziplinäre Teams beauftragt, urbane Schrumpfungsprozesse zu untersuchen und zu dokumentieren. Künstler, Architekten, Filmemacher, Grafiker, Journalisten, Kultur- und Sozialwissenschaftler haben über 60 Beiträge für die Ausstellung entwickelt. Die Themen, mit denen sich die Teams auseinander gesetzt haben, reichen von Verwahrlosung und Aneignung von Räumen, veränderten Alltagspraktiken, Strategien des Überlebens, neuen Arbeitsformen bis zur Entwicklung innovativer Subkulturen und Kritik an bestehenden Planungskulturen. Nach den Projekten „Hotel Neustadt“ und „Internationale Sommerschule“ findet mit „Schrumpfende Städte“ in dem 2003 stillgelegten Bahnhofsgebäude in Halle-Neustadt erstmals eine internationale Ausstellung statt - ein weiterer Impuls für ein „Zentrum für zeitgenössische Kultur“ in Halle (Saale). Ein erste Fassung der Ausstellung war im vergangenen Jahr im KW - Institute for Contemporary Art Berlin zu sehen. Das öffentliche Interesse an der Ausstellung war groß: Über 18.000 Besucher kamen von September bis November 2004 in das KW Institute for Contemporary Art; 3.400 Gäste nahmen an den über 40 begleitenden Veranstaltungen (Shrinking Cities Film, Shrinking Cities Musik, Shrinking Cities Literatur u.v.m.) teil. Auch international stieß die Ausstellung auf großes Interesse. Presseberichte erschienen u.a. in den USA, in Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz (New York Times, Newsweek, L`espresso u.a.).
Mehr dazu unter www.shrinkingcities.com/ausstellung1.0.html

Die Ausstellung in Leipzig konzentriert sich auf Handlungskonzepte und Interventionen für Ostdeutschland. Die Projekte der internationalen Künstler, Architekten und Wissenschaftler reichen dabei von künstlerischen Interventionen und Self-Empowerment-Projekten über architektonische, landschaftliche und mediale Eingriffe bis zu neuen gesetzlichen Regelungen und utopischen Entwürfen.
Die Ansätze der Arbeiten reichen von künstlerischen Performances über Self-Empowerment-Projekte, von landschaftlichen Interventionen bis zu planerischen und ökonomischen Handlungskonzepten. Der Großteil der Arbeiten befasst sich mit Orten in Ostdeutschland, vornehmlich im Großraum Halle/Leipzig. Im Rahmen des Wettbewerbs sind zudem Arbeiten für die Regionen Manchester/Liverpool sowie Detroit entstanden. Auf diese Art entstand ein Angebot potenzieller Interventionen, die beispielhaft Perspektiven für den kulturellen Umgang mit schrumpfenden Städten bieten. Dies gibt den jeweiligen Standorten Impulse für die Diskussion ihrer neuen Lage und den lokalen Akteuren neue Handlungsmöglichkeiten. Die Präsentation der für das Projekt erstellten Arbeiten sowie weiterer, in das Projekt einbezogener Arbeiten erfolgt auf mehreren Kommunikationswegen: Neben dem Schwerpunkt der Ausstellung in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig werden Arbeiten als Kurzfilme im Vorprogramm einiger Leipziger Programmkinos und als Plakate oder Interventionen im Stadtraum kommuniziert.
Mehr dazu unter http://www.shrinkingcities.com/ausstellung20.0.html

Zusammenfassende Belegarbeit

Downloads

Im Rahmen des Schwerpunktseminars Wohnungswirtschaft des Studiengangs Immobilien- und Gebäudemanagement fertigten Studenten der Hochschule Mittweida (FH) University of Applied Sciences einer Belegarbeit an, die sich intensiv mit der Problematik "Schrumpfender Städte" auseinander setzt. Insofern stellt die zum Download bereit gestellte Arbeit [638 KB] eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse aus dem Jahr 2006 zu Schrumpfenden Städten dar.