als Möglichkeit zur Konfliktlösung

Mediation ist ein Verfahren, in dem ein neutraler Dritter als Mediator gemeinsam mit den Konfliktparteien eine Lösung des Streites auf der Basis eines Vergleichs erarbeitet. Die Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren zur Lösung von Konflikten. Es bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber einer gerichtlichen Auseinandersetzung: es ist nicht nur erheblich preiswerter und schneller - die Beteiligten haben nach erfolgreichem Abschluß eines Mediationsverfahren i.a. ein weniger belastetes Verhältnis zueinander, als nach einer Auseinandersetzung vor Gericht.
Die Mediation versucht grundsätzlich die Frage des kompetitiven Verhandelns zu vermeiden, wenn beide Verhandlungspartner die Verhandlung mit Maximalforderungen beginnen und nur noch um Konzessionen der Gegenseite gerungen wird. Diese „wie auf dem Basar“ anmutende Strategie ist häufig wenig zielführend, zumal die Streitenden glauben, die dezidiert vorgetragenen Positionen ohne Verlust der eigenen Glaubwürdigkeit nicht aufgeben zu können.
Als Alternative bietet sich hier das Harvard-Konzept an, das als Grundlage für viele Mediationsverfahren dient und auch als kooperatives Verhandeln bezeichnet wird. Kerngedanke dieser Vorgehensweise ist, dass Parteien in ihren Verhandlungen nicht unbedingt primär um die Erfüllung ihrer Forderung bzw. Position, sondern um hinter den Positionen stehende Bedürfnisse bzw. Interessen streiten. (Bekannt ist der Streit zweier Kinder um eine Apfelsine, den die Mutter zu schlichten hat. Ohne die eigentlichen Interessen der Kinder zu kennen, würde sie die Apfelsine wahrscheinlich teilen. Tatsächlich will eines der Kinder die Frucht essen, während das andere die Schale für die Weihnachtsbäckerei benötigt...)

Das Harvard-Konzept regt auch zu Beginn des Mediationsverfahrens an, darüber Klarheit zu schaffen, was die Streitbeteiligten bei Scheitern der Mediation unternehmen werden.

Die Mediation wird üblicherweise als Fünf-Phasen-Verfahren durchgeführt:

Interessanterweise erinnert das Fünf-Phasen-Verfahren im Aufbau und Ablauf an das klassische Drama in (ebenfalls) fünf Akten:

Bei einer alternativ

einzusetzenden Technik sprechen die streitenden Parteien praktisch ausschließlich in persönlichen Gesprächen mit dem Mediator, der laufend zwischen den beiden Parteien wechselt, die während der gesamten Mediation kein einziges Wort von der Gegenseite hören müssen. Der Mediator verhandelt als "Advokat des Teufels" mit jeder Partei getrennt. Wenn nach einigen Stunden eine Einigung möglich ist, werden die Parteien zusammen gerufen, um direkt eine Vereinbarung zu schließen, man lässt ihnen auf gar keinen Fall die Chance sich es noch einmal anders zu überlegen.

Das Zitat zur Mediation:

Streitende sollten wissen, daß nie einer ganz recht hat und der andere ganz unrecht.
Kurt Tucholsky (1890-1935)