Anfang 2012 startete an bundesweit 450 Standorten das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II des Bundesfamilienministeriums. Mehrgenerationenhäuser fördern gezielt das generationenübergreifende Miteinander: Jung und Alt können und sollen sich hier begegnen, voneinander lernen, miteinander aktiv sein und sich für die Gemeinschaft vor Ort stark machen. Deutschlandweit gibt es in nahezu jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Mehrgenerationenhaus.

Die Häuser fördern ein positives Altersbild in der Gesellschaft und helfen Tabuisierungen und Berührungsängste, zum Beispiel beim Umgang mit demenziell erkrankten Menschen, abzubauen. Mehrgenerationenhäuser gehen verbindliche und langfristige Partnerschaften mit anderen Akteuren ein, wie Verbänden, Kultur- und Bildungseinrichtungen oder lokalen Wirtschaftsunternehmen. Alle Mehrgenerationenhäuser sind zudem anerkannte Einsatzstellen für den Bundesfreiwilligendienst. Zentral für alle 450 teilnehmenden Mehrgenerationenhäuser ist der „Offene Treff“ die erste Anlaufstelle und der Ort der Begegnung für alle Generationen.

Jedes der 450 Häuser im Aktionsprogramm erhält über einen Zeitraum von drei Jahren (2012-2014) einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Davon werden 30.000 Euro aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. 10.000 Euro werden von der jeweiligen Standortkommune beziehungsweise vom Land oder Landkreis übernommen.

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II baut inhaltlich auf dem ersten Aktionsprogramm auf, das nach fünfjähriger Laufzeit im Dezember 2012 beendet wurde.

Eckpunkte des Aktionsprogramms

Leitbild

  • Aktive Gemeinschaft der vier Lebensalter

  • Zusammenhalt der Generationen

  • Soziales Wachstum

  • Starke Familien = starke Gesellschaft

  • Gelebte Werte und Erfahrungswissen

  • Lebendige Nachbarschaft

Auftrag

  • 439 Mehrgenerationenhäuser bis 2010 in jedem Landkreis, in jeder kreisfreien Stadt

  • Aufbau von verlässlichen Strukturen

  • Dauerhaftigkeit nach der Bundesförderung

  • 1/2 der Häuser mit Dienstleistungsbezug (ESF)

Ziel: Gesellschaftliche Kompetenz

  • Aktive und aktivierende Zentren für Jung und Alt

  • – Interaktion zwischen den vier Lebensaltern

  • – Freiwilliges Engagement und Hilfe zur Selbsthilfe

  • – Frühe Förderung von Kindern und Jugendlichen

  • – Potenziale älterer Menschen nutzen

  • – Qualifizierung und (Wieder)einstieg in den Beruf

  • Balance von Arbeit und Leben

  • – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • – Patenschaften zwischen Jung und Alt

  • – Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt

Ziel: Wirtschaftliche Kompetenz

  • Dienstleistungsunternehmen MGH

  • – Vermittlungsplattform

  • – Anbieter von Leistungen

  • – Etablierung eines lokalen Marktes

  • – Vernetzung bestehender Angebote

  • Dienstleistungsdrehscheibe vor Ort

  • – Entlastung von Familien durch praktische Hilfen

  • – Attraktive Serviceangebote für jedes Alter

  • – Erziehung und Bildung von Kindern

Merkmale

  • Immobilie vor Ort – freundlich, einladend und erreichbar

  • Trägerinitiative vor Ort – engagiert, innovativ und vernetzt

  • Commitment durch Landkreis, Kommune, Vor-Ort-Gemeinde

  • Beteiligung der lokalen Wirtschaft

  • Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements

  • WEB-basierte Vernetzung

Prototypen

  • Eltern-Kind-Zentrum – Kita plus

  • Familien – Mütterzentrum plus

  • Familienbildung – plus

  • Schule – Sport – Kultur plus

  • Seniorenbildung – Seniorentreff plus

  • Kirchengemeinde – Bürgertreff plus

Einbindung gesellschaftlicher Partner

  • Nachhaltigkeitsrat – Aktive Generationenbeziehungen

  • Kooperationsgruppe – Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser

  • Kompetenznetzwerk – Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser