empirica Studie für die LBS

Eigene Wohnung, betreutes Wohnen, Wohngemeinschaft oder Heim? Die Menschen in Deutschland werden älter, der Anteil der über 50-Jährigen nimmt deutlich zu und damit wird die Frage wie die Älteren leben möchten immer wichtiger. Im Auftrag der LBS befragte das Forschungsinstitut Empirica 3.000 Personen über 50 Jahre nach ihren Wohnwünschen. Ein zentrales Ergebnis lautet: Viele über 50-Jährige haben bereits etwas für die Verbesserung ihrer Wohnsituation getan oder sie planen noch konkrete Veränderungen durch Anpassung von Haus, Wohnung oder Umzug.

Nach dem 50. Lebensjahr werden viele Menschen aktiv, um ihre Wohnsituation zu verändern. Die Empirica-Studie ergab, dass sich fast ein Viertel der 50 bis 60-Jährigen und ein Sechstel der 60 bis 70-Jährigen einen Umzug vorstellen können. Sie suchen vor allem Ge-schosswohnungen in überschaubaren Wohngebäuden mit Aufzug. Einpersonenhaushalte wünschen sich Wohnungen mit mindestens zwei Zimmern, während es bei Zweipersonenhaushalten mindestens drei bis vier Zimmer sein sollten. Besonderer Wert wird zudem auf weitgehende Schwellenfreiheit und private Freiflächen wie ein großzügiger Balkon gelegt. Von den 70 bis 80-Jährigen möchten neun Prozent in Wohnungen mit professionellen Hilfsangeboten ohne Rundumversorgung umziehen. Sie brauchen lediglich die Sicherheit, wenn notwendig, auch in der Wohnung gepflegt zu werden. Bei den über 80-Jährigen sind elf Prozent umzugswillig. Sie ziehen dann aber wegen Hilfs- und Pflegebedürftigkeit direkt ins Alten- oder Pflegeheim.

Wer im Alter über 50 Jahren umzieht, für den steht der Wunsch, mit der Familie engen räumlichen Kontakt zu halten, mit 40 Prozent immer noch auf Platz eins. Die Nähe zu Freunden und guten Bekannten ist aber mittlerweile fast genauso wichtig (38 Prozent). Knapp ein Drittel der Befragten entscheidet sich, wenn die Kinder aus dem Haus sind, für eine kleinere Wohnung oder ein kleineres Haus. Ein weiteres Drittel möchte die Wohnqualität verbessern zum Beispiel durch einen Aufzug oder eine altersgerechte Badezimmerausstattung.

Die meisten Menschen über 50 legen großen Wert auf Selbstständigkeit. „Nachbarschaft ist besser als unter einem Dach wohnen und eine eigene Wohnung allemal besser als Wohngemeinschaft im engeren Sinne“, so fasst Bernd Pütz von der LBS West das Fazit der Untersuchung zusammen. Denn nur gut 30 Prozent der Eigentümer und gut 20 Prozent der Mieter können sich vorstellen, mit ihren Kindern beziehungsweise der Familie gemeinsam in einem Haus oder in einer Wohnung zu wohnen. Nur jeder Zehnte Umzugswillige könnte sich vorstellen, mit Freunden oder Gleichgesinnten in eine Wohngemeinschaft zu ziehen.

Und schließlich zeigt die Befragung, dass neben einem städtischen Umfeld durchaus auch ländlich geprägte Regionen bei älteren Menschen gefragt bleiben. Eine große Rolle spielen hierbei die sozialen Netzwerke, die sich die Generationen 50 plus über Jahre aufgebaut haben. Um auf diese langjährigen Bekannten und Freunde nicht verzichten zu müssen, werden meist Objekte und Standorte innerhalb des gewohnten Alltagsradius gesucht. Die komplette Studie „Die Generation über 50“ steht als pdf-Datei zum Download zur Verfügung.