Zinsderivate und derivative Finanzierungsformen [223 KB] - tatsächlich eine Problemlösung für alle Fälle, wenn das klassische Kreditmanagement an seine Grenzen stößt? Im Download-Bereich steht unter dem o.g. Link ein Beitrag zur Verfügung, der die Grundlagen von derivativen Finanzierungen erläutert. Inahaltliche Schwerpunkte sind:

Spread Ladder Swaps

Spread-Ladder-Swap sind im Grund genommen nichts weiter als eine Spekulation (oder Wette?) auf die Steilheit der Zinsstruktur, das heißt den Abstand im Zinssatz zwischen kurzfristigen und langfristigen Refinanzierungszinssätzen.
Kommunen und Unternehmen haben in der jüngeren Vergangenheit häufig CMS-Spread-Ladder-Swaps zur Optimierung ihres Schuldenmanagements eingesetzt.
Dabei wird die Fristentransformation in einer nicht sofort durchschaubaren Berechnungsstruktur verwendet. Bleibt die Zinsstruktur hinreichend steil, beschert sie dem Inhaber einen Zahlungsüberschuss. Erst ein Abflachen der Zinsstruktur, wie sie in der jüngsten Vergangenheit zu beobachten war, führt zu Verlusten. Mittels historischer Simulationen lässt sich zeigen, dass die Kontrakte im Durchschnitt vorteilhaft sind, auflaufende Verluste jedoch bis zu 100% des Nominalwertes betragen können.
Die Berechnungsstruktur beinhaltet einen Hebeleffekt (ladder=Leiter) und bewirkt, dass einmal auftretende Verluste nur schwer wieder aufgeholt werden können, da sich die Zinsberechnung immer auf den Vorjahreszeitraum und das Vorjahresergebnis bezieht. Die Bank zahlt einen festen Zins von bspw. 3,5%, während das Unternehmen selbst einen variablen Zins zahlt, der sich bspw. nach den unten stehenden Formeln berechnet. Die verwendeten Werte sind durchaus typisch, werden aber im Einzelfall abweichen; das Grundprinzip aber ist immer gleich.

1. Jahr: garantiert 2,00% p.a.
2. Jahr: Zinssatz der Vorperiode + 3 * [(1,10% -(10-Jahreszins -2-Jahreszins)]
3. Jahr: Zinssatz der Vorperiode + 3 * [(0,95% -(10-Jahreszins -2-Jahreszins)]
4. Jahr: Zinssatz der Vorperiode + 3 * [(0,80% -(10-Jahreszins -2-Jahreszins)]
5. Jahr: Zinssatz der Vorperiode + 3 * [(0,65% -(10-Jahreszins -2-Jahreszins)]

So lange eine ausreichend große Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen vorhanden ist, wirft der Swap Überschüsse ab. Schrumpfen dagegen die Differenzen im Zinssatz, ergeben sich schnell negative Werte, die aufgrund der Ladder-Struktur lange nachwirken.



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