Die private Altersvorsorge gewinnt angesichts der demografischen Entwicklung und ihrer Wirkungen auf die Sozialsysteme zunehmend an Bedeutung. Hiervon werden insbesondere die Haushalte betroffen sein, die über keine oder nur geringe Vermögenswerte verfügen. Vor diesem Hintergrund hat die Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften den Genossenschaften empfohlen, für ihre Mitglieder Angebote zur Wohnkostenreduzierung im Alter zu entwickeln. Auf diese Weise soll ein Vorsorgeangebot geschaffen werden, das zum einen zur Bindung von Mitgliedern an die Genossenschaft beiträgt und gleichzeitig die Möglichkeit bietet, die Eigenkapitalbasis der Genossenschaften zu verbessern.

Die Expertenkommission hat folgende Möglichkeiten für Altersvorsorgeangebote aufgezeigt:

  • Den Erwerb zusätzlicher Geschäftsanteile zum Aufbau eines Kapitalstocks, der im Alter zur Reduzierung der Wohnkostenbelastung genutzt werden kann.

  • Den Erwerb von Dauerwohnrechten (§§ 31 ff. WEG), bei denen während der Laufzeit kein Nutzungsentgelt zu entrichten ist und die auf die spezifischen Bedürfnisse im Alter hin ausgestaltet werden können.

  • Die Nutzung von Spareinrichtungen durch Wohnungsgenossenschaften, um Vorsorgeprodukte (z. B. „Riesterrente“) anbieten zu können.

Die „Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften“ werden mit dem Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung unterstützt. In einer 2007 erschienenen Publikation des Forschungsprogramms werden verschiedene Wege zur privaten Altersvorsorge bei Wohnungsgenossenschaften untersucht und hinsichtlich ihrer finanziellen Effekte bei Mitgliedern und Genossenschaften modellhaft berechnet, wie z.B. die Möglichkeit des Erwerbs zusätzlicher Geschäftsanteile, mit Hilfe derer ein Mitglied einen Kapitalstock zur Reduzierung der Wohnkosten im Alter bilden kann. Zweite Möglichkeit ist der Erwerb eines Dauerwohnrechts. Damit erwirbt das Mitglied das Recht zur Nutzung an einer bestimmten Wohnung für einen selbst gewählten Zeitraum und kann im Alter entsprechend mietfrei wohnen. Ebenso sinnvoll ist die erweiterte Nutzung genossenschaftlicher Spareinrichtungen, deren Kapital im Alter zur Reduzierung der Wohnkosten eingesetzt werden kann.

Die Ergebnisse des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung wurden für die Zielgruppe der Wohnungsgenossenschaften in Form eines Handbuches („Damit das Wohnen bezahlbar bleibt“; Hrsg.: BMVBS, BBSR, GdW; Hamburg 2006) veröffentlicht, welches diese bei der praktischen Umsetzung unmittelbar unterstützt.