Die private Altersvorsorge gewinnt angesichts der demographischen Entwicklung und ihrer Wirkungen auf die Sozialsysteme zunehmend an Bedeutung. Hiervon werden insbesondere die Haushalte betroffen sein, die über keine oder nur geringe Vermögenswerte verfügen. Vor diesem Hintergrund hat die Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften den Genossenschaften empfohlen, für ihre Mitglieder Angebote zur Wohnkostenreduzierung im Alter zu entwickeln. Auf diese Weise soll ein Vorsorgeangebot geschaffen werden, das zum einen zur Bindung von Mitgliedern an die Genossenschaft beiträgt und gleichzeitig die Möglichkeit bietet, die Eigenkapitalbasis der Genossenschaften zu verbessern.
Die Expertenkommission hat folgende Möglichkeiten für Altersvorsorgeangebote aufgezeigt:
- Den Erwerb zusätzlicher Geschäftsanteile zum Aufbau eines Kapitalstocks, der im Alter zur Reduzierung der Wohnkostenbelastung genutzt werden kann.
- Den Erwerb von Dauerwohnrechten (§§ 31 ff. WEG), bei denen während der Laufzeit kein Nutzungsentgelt zu entrichten ist und die auf die spezifischen Bedürfnisse im Alter hin ausgestaltet werden können.
- Die Nutzung von Spareinrichtungen durch Wohnungsgenossenschaften, um Vorsorgeprodukte (z. B. "Riesterrente") anbieten zu können.
Die "Modelle genossenschaftlichen Wohnens - Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften" werden mit dem Forschungsprogramm "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung unterstützt. Ziel ist es, die Gesamtergebnisse des Forschungsprojektes Ende 2006 in einem praxisnah ausgestalteten Handbuch aufbereitet und einem breiten Kreis von Anwendern zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Handbuches sollen Wohnungsgenossenschaften eine Entscheidungshilfe zur Entwicklung von Altersvorsorgeprodukten erhalten.