Obstruktionsverbot

Im Rahmen eines Insolvenzplans wird mit dem Obstruktionsverbot verhindert, dass die von der Mehrheit überstimmten Gläubigergruppen einen Vergleich aus sachfremden oder eigenen Erwägungen intertreiben. Das Gericht kann in die Rechte dieser Gläubiger eingreifen, wenn aus einer Alternativrechnung hervorgeht, dass die Gläubigerstellung durch die Vergleichssituation nicht schlechter ist als im Falle der Zerschlagung.

ÖPP Gesetz zur Beschleunigung von Öffentl. PPP

Die Einführung des ÖPP- Beschleunigungsgesetzes schaffte gesetzliche Rahmenbedingungen, die Hemmnisse und Unklarheiten beseitigten.
– ÖPP-freundliches Vergaberecht:
Durch Änderungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und der Vergabeverordnung wurden für Vergabeverfahren von Öffentlich Privaten Partnerschaften Unsicherheiten und Unklarheiten beseitigt, wie zum Beispiel die Abgrenzung von Bau- und Dienstleistungen nach der Schwerpunkttheorie oder die Weitergabe von Bauleistungen an Nachunternehmer, die seit der Einführung des Gesetzes genauer gefasst werden kann. Als neues eigenständiges Vergabeverfahren wurde der Wettbewerbliche Dialog eingeführt. Die Pflicht zur Festlegung der Projektgesellschaft auf eine bestimmte Rechtsform gilt erst nach der Zuschlagerteilung. Die so genannte Projektantenproblematik wurde geklärt, um faire Chancen für alle Wettbewerber zu schaffen.
– Einführung einer privaten Entgeltregelung:
Im Rahmen des Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetzes wurden privaten Betreibern die Möglichkeit eingeräumt, sich auch durch ein privatrechtliche Entgelte zu refinanzieren.
– Bundeshaushaltsordnung berücksichtigt ÖPP:
In der Bundeshaushaltsordnung (BHO) wird seit der Einführung des Gesetzes ein Kernelement von ÖPP berücksichtigt, der Risikotransfer, beispielsweise von der öffentlichen Hand auf einen privaten Partner. Dieser ist in den Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen angemessen zu berücksichtigen, wenn das Risiko von dem privaten Partner über eine Entgeltberechnung der öffentlichen Hand in Rechnung gestellt wird. Gleiches gilt entsprechend auch bei der Risikoübernahme durch die öffentliche Hand. Zudem wurde neu in der BHO geregelt, dass die Veräußerung von unbeweglichen Vermögensgegenständen unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, auch wenn diese zur Erfüllung der Aufgaben des Bundes noch benötigt werden. Die Veräußerung von unbeweglichen Vermögensgegenständen ist dann zulässig, wenn im Einzelfall die Nutzung des Vermögensgegenstandes für die Aufgaben des Bundes langfristig vorgesehen, aber Bundeseigentum hierfür nicht zwingend erforderlich ist und die Aufgaben des Bundes nachweislich wirtschaftlicher erfüllt werden können.
– Grundsteuer- und Grunderwerbsteuerbefreiung für ÖPP:
Der von der öffentlichen Hand für einen bestimmten Zeitraum im Rahmen einer Öffentlich Privaten Partnerschaften überlassener Grundbesitz wurde von der Grundsteuer befreit. Zudem wurde eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer für an ÖPP-Projektgesellschaften übertragene Grundstücke festgelegt, solange diese für hoheitliche Zwecke genutzt und sofern eine Rückübertragung des Grundstücks an die öffentliche Hand innerhalb eines bestimmten Zeitraums vorgesehen wird.
– Öffnung offener Immobilienfonds für ÖPP-Projektgesellschaften:
Das Investmentgesetz öffnete für Öffentlich Private Partnerschaften. Es wurde festgelegt, dass das Nießbrauchrecht an Grundstücken einbezogen wird, damit offene Immobilienfonds nicht nur Eigentum oder Erbbaurechte an Immobilien, sondern auch Nießbrauchrechte an ÖPP-Projektgesellschaften erwerben können. In der Betreiberphase wurde eine Beimischung von ÖPP-Projektgesellschaften von bis zu zehn Prozent in Portfolios offener Immobilienfonds gestattet. Zudem war die Schaffung von Infrastrukturfonds mithilfe von ÖPP-Investment-Aktiengesellschaft mit fixem Kapital als eines neuen Typs von geschlossenen Immobilienfonds vorgesehen.
Mit dem ÖPP-Beschleunigungsgesetz wurde der Weg freigemacht für das Entstehen eines milliardenschweren ÖPP-Marktes in Deutschland. Bis zum Ende des Jahrzehnts konnten öffentliche Bauinvestitionen – im Hochbau, beim Straßen- und Schienenverkehr oder bei der Bundeswehr – in der Größenordnung von bis 20 Milliarden Euro verwirklicht werden. Damit ist das ÖPP-Potenzial noch nicht ausgeschöpft: Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung, eGovernment, Kultur, internationale Entwicklungszusammenarbeit, soziale Infrastrukturen können mit ÖPP häufig schneller, effizienter und damit kostengünstiger realisiert werden.
(Quelle: SPD-Bundestagsfraktion)

Das ÖPP-Beschleunigungsgesetz ist ein Artikelgesetz, das zahlreiche Gesetze ändert. U.a. ergeben sich im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen sowie in der Vergabeverordnung die folgenden Änderungen:

Änderungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen

1. Dem § 99 wird folgender Absatz 6 angefügt:

„(6) Ein öffentlicher Auftrag, der sowohl den Einkauf von Waren als auch die Beschaffung von Dienstleistungen zum Gegenstand hat, gilt als Dienstleistungsauftrag, wenn er Wert der Dienstleistungen den Wert der Waren übersteigt. Ein öffentlicher Auftrag, der neben Dienstleistungen Bauleistungen umfasst, die im Verhältnis zum Hauptgegenstand Nebenarbeiten sind, gilt als Dienstleistungsauftrag.“

2. § 101 wird wie folgt geändert
a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst:

„(1) Die Vergabe von öffentlichen Liefer-, Bau- und Dienstleistungsaufträgen erfolgt in offenen Verfahren, in nicht offenen Verfahren, in Verhandlungsverfahren oder im wettbewerblichen Dialog.“

b) Nach Absatz 4 wird folgender Absatz 5 und 6 eingefügt:

„(5) Ein wettbewerblicher Dialog ist ein Verfahren zur Vergabe besonders komplexer Aufträge durch staatliche Auftraggeber. In diesem Verfahren erfolgen eine Aufforderung zur Teilnahme und anschließend Verhandlungen mit ausgewählten Unternehmen über alle Einzelheiten des Auftrags.

(6) Eine elektronische Auktion dient der elektronischen Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebotes. Ein dynamisches elektronisches Verfahren ist ein zeitlich befristetes, ausschließlich elektronisches, offenes Vergabeverfahren zur Beschaffung marktüblicher Leistungen, bei denen die allgemein auf dem Markt verfügbaren Spezifikationen des Anforderungen des Auftraggebers genügen.“

c) Der bisherige Absatz 5 wird Absatz 7 und wie folgt gefasst:

„(7) Öffentliche Auftraggeber haben das offene Verfahren anzuwenden, es sei denn, auf Grund dieses Gesetzes ist etwas anderes gestattet. Auftraggebern, die nur unter § 98 Nr. 4 fallen, stehen das offene Verfahren, das nicht offene Verfahren und das Verhandlungsverfahren nach ihrer Wahl zur Verfügung.“

Änderungen der Vergabeverordnung

Die Vergabeverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Februar 2003 (BGBl. I S. 169), geändert durch Artikel 272 der Verordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S- 2304), wird wie folgt geändert:

1. Dem § 4 werden folgende Ansätze 4 und 5 angefügt:

„(4) Bei der Anwendung des Absatzes 1 ist § 7 Nr. 2 Abs. 1 des Abschnittes 2 des Teiles A der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL/A) mit der Maßgabe anzuwenden, dass der Auftragnehmer sich bei der Erfüllung der Leistung der Fähigkeiten anderer Unternehmen bedienen kann.

(5) Hat ein Bieter oder Bewerber vor Einleitung des Vergabeverfahrens den Auftraggeber beraten oder sonst unterstützt, so hat der Auftraggeber sicherzustellen, dass der Wettbewerb durch die Teilnahme des Bieters oder Bewerbers nicht verfälscht wird.“

2. § 6 wird wie folgt geändert:

a) Der bisherige Wortlaut wird Absatz 1.
b) Folgende Absätze 2 und 3 werden angefügt:

„(2) Bei der Anwendung des Absatzes 1 gelten die Bestimmungen des Abschnittes 2 des Teiles A der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/A) mit folgenden Maßgaben:

1. § 2 Nr. 1 und § 25 Nr. 2 VOB/A gelten bei einer Auftragsvergabe ab mehrere Unternehmen mit der Maßgabe, dass der Auftraggeber nur für den Fall der Auftragsvergabe verlangen kann, dass eine Bietergemeinschaft eine bestimmte Rechtsform annehmen muss, sofern dies für die ordnungsgemäße Durchführung des Auftrages notwendig ist.
2. § 8 Nr. 2 Abs. 1 und § 25 Nr. 6 VOB/A finden mit der Maßgabe Anwendung, dass der Auftragnehmer sich bei der Erfüllung der Leistung der Fähigkeiten anderer Unternehmen bedienen kann.
3. § 10 Nr. 5 Abs. 3 VOB/A gilt mit der Maßgabe, dass der Auftragnehmer bei der Weitervergabe von Bauleistungen nur die Bestimmungen des Teiles B der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/B) zugrunde zu legen hat.

(3) § 4 Abs. 5 gilt entsprechend.“

4. Nach § 6 wird folgender § 6a eingefügt:

“ § 6a Wettbewerblicher Dialog

(1) Die staatlichen Auftraggeber können für die Vergabe eines Liefer-, Dienstleistungs- oder Bauauftrags oberhalb der Schwellenwerte einen wettbewerblichen Dialog durchführen, sofern sie objektiv nicht in der Lage sind,
1. die technischen Mittel anzugeben, mit denen ihre Bedürfnisse und Ziele erfüllt werden können oder
2. die rechtlichen oder finanziellen Bedingungen des Vorhabens anzugeben.

(2) Die staatlichen Auftraggeber haben ihre Bedürfnisse und Anforderungen europaweit bekannt zu machen; die Erläuterungen dieser Anforderungen erfolgt in der Bekanntmachung oder in einer Beschreibung.

(3) Mit den im Anschluss an die Bekanntmachung nach Absatz 2 ausgewählten Unternehmen ist ein Dialog zu eröffnen, in dem die staatlichen Auftraggeber ermitteln und festlegen, wie ihre Bedürfnisse an besten erfüllt werden können. Bei diesem Dialog können sie mit den ausgewählten Unternehmen alle Einzelheiten des Auftrages erörtern. Die staatlichen Auftraggeber haben dafür zu sorgen, dass alle Unternehmen bei dem Dialog gleich behandelt werden. Insbesondere dürfen sie nicht Informationen so weitergeben, dass bestimmte Unternehmen begünstigt werden könnten. Die staatlichen Auftraggeber dürfen Lösungsvorschläge oder vertrauliche Informationen eines Unternehmens nicht ohne dessen Zustimmung an die anderen Unternehmen weitergeben und diese nur im Rahmen des Vergabeverfahrens verwenden.

(4) Die staatlichen Auftraggeber können vorsehen, dass der Dialog in verschiedenen aufeinander folgenden Phasen abgewickelt wird, um die Zahl der in der Dialogphase zu erörternden Lösungen anhand der in der Bekanntmachung oder in er Beschreibung angegebenen Zuschlagskriterien zu verringern. Im Fall des Satzes 1 ist dies in der Bekanntmachung oder in einer Beschreibung anzugeben. Die staatlichen Auftraggeber haben die Unternehmen, deren Lösungen nicht für die nächstfolgende Dialogphase vorgesehen sind, darüber zu informieren.

(5) Die staatlichen Auftraggeber haben den Dialog für abgeschlossen zu erklären, wenn
1. eine Lösung gefunden worden ist, die ihre Bedürfnisse erfüllt oder
2. erkennbar ist, dass keine Lösung gefunden werden kann; sie haben die Unternehmen darüber zu informieren.
Im Fall des Satzes 1 Nr. 1 haben sie die Unternehmen aufzufordern, auf der Grundlage der eingereichten und in der Dialogphase näherausgeführten Lösungen ihr endgültiges Angebot vorzulegen. Die Angebote müssen alle zur Ausführung des Projektes erforderlichen Einzelheiten enthalten. Der staatliche Auftraggeber kann verlangen, dass Präzisierungen, Klarstellungen und Ergänzungen zu diesen Angeboten gemacht werden. Diese Präzisierungen, Klarstellungen oder Ergänzungen dürfen jedoch keine Änderung der grundlegenden Elemente des Angebots oder der Ausschreibung zur Folge haben, die den Wettbewerb verfälschen oder diskriminierend wirken könnte.

(6) Die staatlichen Auftraggeber haben die Angebote auf Grund der in der Bekanntmachung oder in der Beschreibung festgelegten Zuschlagskriterien zu bewerten und das wirtschaftlichste Angebot auszuwählen. Die staatlichen Auftraggeber dürfen das Unternehmen, dessen Angebot als das wirtschaftlichste ermittelt wurde, auffordern, bestimmte Einzelheiten des Angebotes näher zu erläutern oder im Angebot enthaltene Zusagen zu bestätigen. Dies darf nicht dazu führen, dass wesentliche Aspekte des Angebotes oder der Ausschreibung geändert werden, und dass der Wettbewerb verzerrt wird oder andere am Verfahren beteiligte Unternehmen diskriminiert werden.

(7) Verlangen die staatlichen Auftraggeber, dass die am wettbewerblichen Dialog teilnehmenden Unternehmen Entwürfe, Pläne, Zeichnungen, Berechnungen oder andere Unterlagen ausarbeiten, müssen sie einheitlich für alle Unternehmen, die die geforderte Unterlage rechtzeitig vorgelegt haben, eine angemessene Kostenerstattung hierfür gewähren.“

Das Gesetz ist am 8. September 2005 in Kraft getreten.

Opportunistic Strategy

Anlagestrategie von Hedge Fonds als Spekulation auf die Marktentwicklungen durch Kauf unterbewerteter Aktien und Leerverkauf überbewerteter Papiere.

Opportunitätskosten

Kosten, die dadurch entstehen, dass alternative Möglichkeiten (Opportunitäten) zur Nutzung von Ressourcen nicht wahrgenommen wurden. Wenn z.B. ein Unternehmen seine Ressourcen nicht so steuert, dass der maximale Gewinn daraus resultiert, so sind die Opportunitätskosten diejenigen Kosten, die damit einhergehen, dass man sich nicht für die ergebnisoptimale Lösung entschieden hat. Umgangssprachlich kann man auch von „Kosten der Reue“ sprechen. Ein Wohnungsunternehmen, das Wohnungen leer stehen lässt, verzichtet auf Erträge. Diese entgangenen Einnahmen werden als Opportunitätskosten bezeichnet. Opportunitätskosten sind keine Kosten im Sinne der Kosten- und Leistungsrechnung, sondern ein ökonomisches Konstrukt zur Quantifizierung entgangener Alternativen.

Opportunity Funds

Im Gegensatz zu den Core Funds und Value-Added Funds verfolgen die so genannten Opportunity Funds eine eher auf kurzfristigen Kapitalgewinn ausgerichtete Anlagestrategie und befinden sich somit am hohen Ende des Risikospektrums. Neubauprojekte, die Übernahme bisher unrentabler Objekte in schwierigen Lagen, der Kauf von Liegenschaften aus Konkurssituationen oder die Neupositionierung von Industriearealen sind nur einige Beispiele von Transaktionen, die durch solche Funds gemacht werden. Diese Risikoklassifizierung ist jedoch ziemlich pauschal.
Die Finanzierung baut sich üblicherweise auf 10 % Eigenkapital, 10 % Mezzaninekapital und 80% klassisches Fremdkapital (Bankdarlehen) auf. Somit entsteht ein Leverage-Effekt, mit dessen Hilfe die Zielrendite von 25 bis 30% erreicht werden kann.

Optionsschein

Handelsinstrument, auch Warrant genannt. Die Spekulation mit Optionsscheinen gehört zu den risikoreicheren Varianten des Börsengeschäfts. Optionsscheine werden ursprünglich zusammen mit einer entsprechenden Optionsanleihe herausgegeben, wobei die Anleihe aber auch ohne Optionsscheine sowie die Optionsscheine für sich genommen an der Börse gehandelt werden können. Je nach Ausstattung berechtigen Optionsscheine innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zum Bezug von Aktien, Devisen, Edelmetallen o. ä. in einem bestimmten Bezugsverhältnis zu einem bestimmten, vorher festgelegten Preis. Wegen der Einräumung dieses Sonderrechts ist es dem Schuldner der Anleihe möglich, eine gegenüber der üblichen Verzinsung am Kapitalmarkt um etwa ein bis zwei Prozentpunkte geringere Verzinsung für seine Anleihe anzubieten, ohne dass seine Schuldverschreibung dadurch an Attraktivität für den Anleger verliert.

Organisationsstruktur

Organisation im Sinne „Struktur“ wird üblicherweise unterteilt in Aufbauorganisation und in Ablauforganisation, darüber hinaus gibt es übergreifende Strukturmerkmale, z.B. Art und Ausmaß der Formalisierung.

Organschaft

Stehen juristische Personen in einem tatsächlichen und rechtlichen Unterordnungsverhältnis zu einem anderen Unternehmen, so erscheint unter bestimmten Voraussetzungen bei wirtschaftlicher Betrachtung die juristische Person als unselbstständig in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Rechtlich selbstständige Unternehmen werden so zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengefasst und sind damit als einheitliches Steuersubjekt zu behandeln. Mehrere in einem Konzern zusammengefasste Unternehmen werden also steuerlich einem rechtlich selbstständigen Unternehmen gleichgestellt. Dieses so entstandene Rechtsinstitut wird als Organschaft bezeichnet, die dadurch steuerrechtlich als ein Steuerschuldner behandelt werden. Organschaften gibt es bei der Körperschaftsteuer, der Gewerbesteuer und der Umsatzsteuer. Die Voraussetzungen für die Anerkennung sind jedoch in den einzelnen Steuerarten teilweise grundverschieden, so dass eine Organschaft nicht zwangsläufig nebeneinander in allen drei Steuerzweigen existieren muss. Auch die Folgen, welche eine Organschaft mit sich bringt, führen in den einzelnen Steuerarten zu unterschiedlichen Auswirkungen.

Eine Organschaft im Bereich der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer bewirkt eine Versteuerung aller Gewinne und Verluste der Tochtergesellschaft auf der Ebene der Muttergesellschaft, wenn ein Ergebnisabführungsvertrag vorliegt.

Eine Organschaft im Bereich der Umsatzsteuer führt dazu, dass Leistungsbeziehungen zwischen Tochter- und Muttergesellschaft keine Umsatzsteuer auslösen, wenn eine finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Eingliederung der Gesellschaften untereinander erfolgt.

OTC-Handel

Der OTC-Handel, auch außerbörslicher Handel, bezeichnet finanzielle Transaktionen zwischen Finanzmarkt-Teilnehmern, die nicht über die Börse abgewickelt werden. OTC steht dabei für “ Over The Counter“, was mit „über den Tresen“ übersetzt werden kann. Der OTC-Handel heißt im deutschen Sprachgebrauch Tafelgeschäft. Es gibt drei Hauptformen des (außerbörslichen) OTC-Handels:

mit börsennotierten Wertpapieren,
mit Finanzderivaten ohne standardisierte Spezifikationen (z.B. exotische oder OTC-Optionen),
mit Wertpapieren, die zum Börsenhandel nicht zugelassen sind.

Börsen bieten nur standardisierte Produkte an, die aber häufig nicht dem Absicherungswunsch der handelnden Partner entsprechen. Möchte ein Unternehmen beispielsweise die Zinsänderungsrisiken einer Investition absichern, wird sie nur in Ausnahmefällen an den Börsen ein dafür laufzeitmäßig passendes Instrument finden. Für die am Finanzmarkt gehandelten Finanzderivate ist der OTC-Handel deswegen wichtiger als der Börsenhandel.

Originäre Werbung

Werbung, die der Imageverbesserung des Unternehmens dient und nicht auf ein spezielles Produkt oder Dienstleistung ausgerichtet ist. Vgl. dazu auch derivative Werbung.

Outperformance-Zertifikat

Outperformance-Zertifikate ermöglichen aufgrund einer zusätzlich eingebauten, dividendenfinanzierten Call-Option eine bei Überschreitung des Basispreises am Laufzeitende überproportionale Partizipation am Basiswert. Im anderen Fall partizipiert das Zertifikat 1:1 am Underlying.

Outsourcing

Mit Outsourcing wird in der Ökonomie die Abgabe von Unternehmensaufgaben und -strukturen an Drittunternehmen bezeichnet. Die Motivation dieses seit Mitte der 1990er Jahre populären Vorgehens besteht darin, durch das Unternehmen selbst nur ineffizient ausführbare oder zu teure Aufgaben von spezialisierten Dienstleistern erledigen zu lassen, um Kosten im eigenen Unternehmen zu sparen. Eine Spielart des Outsourcings ist das Business Process Outsourcing, bei dem ein ganzer Unternehmensprozess an ein Drittunternehmen gegeben wird.