D&O – Versicherung

Die D&O – Deckung (Directors & Officers Liability Insurance, kurz D&O) gewährleistet die Deckung des persönlichen Haftungsrisikos im Rahmen der Kontroll- & Leitungsfunktionen von Unternehmensleitern von Kapitalgesellschaften und Genossenschaften. Gedeckt sind Ansprüche aus Vermögensschäden von Eigentümern, Gläubigern und sonstigen Dritten. Insbesondere sind auch Ansprüche des Unternehmens selbst gegen die Geschäftsführung gedeckt. Jede Haftpflichtversicherung erfüllt eine Dreifachfunktion:
>>>prüfen der Haftpflichtfrage (Prüfungsfunktion),
>>>abwehren unbegründeter Schadenersatzansprüche (Abwehrfunktion),
>>>zahlen der Entschädigungsleistung anstelle der versicherten Person (Entschädigungsfunktion).
Die Firmen-D&O-Versicherung wird durch die Firma abgeschlossen und schließt automatisch alle mit der Unternehmensleitung beauftragten Personen und Organe im Versicherungsschutz ein. Dies betrifft: Aufsichtsratsmitglieder bzw. Beiratsmitglieder und Vorstandsmitglieder. Die persönliche D&O-Versicherung wird durch den jeweiligen Geschäftsführer, das Aufsichtsrats- bzw. Beiratsmitglied oder Vorstandsmitglied nur für die eigene Person abgeschlossen. Dies ist notwendig, wenn die Firma keine D&O-Versicherung abgeschlossen hat oder abschließen kann.
Obwohl seitens der Assekuranz mit der aus ihrer Sicht zwingenden Notwendigkeit einer D&O-Versicherung geworben wird, sollte in jedem Fall die Notwendigkeit des Abschlusses einer solchen Police überprüft und kritisch hinterfragt werden; dies gilt auch besonders im Hinblick auf möglicherweise vorhandene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen.

Damnum

siehe Disagio.

Darlehensbelassungserklärung

In einer Rangrücktritts- und Darlehensbelassungserklärung verpflichtet sich ein Drittgläubiger des Kreditnehmers, mit seinen Forderungen gegen den Bankkreditnehmer rangmäßig hinter alle Forderungen der Bank zurückzutreten und diese Forderungen nur mit Zustimmung der Bank einzuziehen bzw. ihre freiwillige Rückzahlung zu dulden.

Dauerwohnrecht

Bereits im Wohneigentumsgesetz ist das Dauerwohnrecht verankert und zeichnet sich prinzipiell dadurch aus, dass es sowohl schuldrechtsähnlich als auch eigentumsähnlich ausgestaltet werden kann.
Zu unterscheiden ist insofern ein befristetes Dauerwohnrecht, das eine zeitlich begrenzte Nutzung an einem Gebäude oder Gebäudeteil verschafft. Das Nutzungsentgelt kann entweder ratierlich oder als Einmalzahlung beglichen werden. Während der Laufzeit des Rechtsverhältnisses hat der Dauerwohnberechtigte ein unabdingbares Recht auf Veräußerung und Vererbung des Dauerwohnrechtes.
Im Gegensatz dazu steht das eigentumsähnliche, zeitlich unbefristete Dauerwohnrecht, das weitestgehend dem Volleigentum angeglichen ist. Üblicherweise wird der Kaufpreis als Einmalzahlung entrichtet und es besteht eine Option zur Wandlung in eine Eigentumswohnung. Bei Berücksichtigung der von der Finanzverwaltung streng angelegten Maßstäbe besteht die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Vergünstigungen nach dem Eigenheimzulagengesetz.

Debt

engl. für Schuld, Forderung im bankrechtlichen Sinn.

Debitoren

sind Schuldner, insbesondere eines Kreditinstituts oder auch eines Wirtschaftsunternehmens. Allerdings werden mit diesem Begriff, im Handel und in der Industrie, auch alle Außenstände, d. h. die noch nicht beglichenen Lieferrechnungen, bezeichnet. Bei den Banken fallen alle Buchkredite mit Ursprungslaufzeiten von weniger als vier Jahren unter den Begriff der „Debitoren“. Aus der Sicht des Bankkunden hingegen, ist er mit dem Kontokorrentkredit identisch und ist somit kurzfristiger Natur, kann aber aufgrund wiederholter Verlängerung dem Unternehmen auch auf längere Zeit zur Betriebsmittelfinanzierung zur Verfügung stehen. Den Gegensatz zu den Debitoren bilden die Kreditoren.

Deckungsbeitragsrechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Instrument der Teilkostenrechnung. Die Vollkosten eines Produkts oder Geschäftsmodells werden in direkte fertigungs- oder projektbedingte Kosten und den Deckungsbeitrag aufgeteilt. Dies geschieht in zwei Schritten:
>>>Als erstes werden alle Kosten erfasst, die von dem Produkt oder Projekt verursacht werden, die ihm also direkt zugerechnet werden können.
>>>Die Kosten werden addiert und von der Nettoumsatzsumme subtrahiert. Das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag. Der Deckungsbeitrag deckt die Kosten, die das Produkt bei der Produktion verursacht.

Deckungsstock

Begriff aus der Versicherungswirtschaft, der den Anteil beschreibt, der in der Lebens-, Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung in erster Linie zur Deckung der unmittelbaren Ansprüche der Versicherten bestimmt ist. In § 54 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) ist geregelt, welche Vermögenswerte in den Deckungsstock einbezogen werden können. Für seinen Aufbau gelten strenge Vorschriften, die den Grundsätzen der Streuung, Sicherheit und Rentabilität Rechnung tragen sollen.
Vermögenswerte, die fähig sind, in den Deckungsstock eingebracht zu werden, werden als deckungsstockfähig bezeichnet. Die Zulassung zur Anlage des zu bildenden Deckungsstocks erfolgt gem. § 54 VAG weitgehend durch die Versicherungsunternehmen.

Delkredererisiko

Unter Delkredere versteht man die Haftung des Delkrederegebers gegenüber dem Gläubiger für die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners. Das Delkredere ist eine Garantie für die Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Es handelt sich um ein Einstehen für fremde Schuld, das der Bürgschaft nahesteht. So übernimmt bspw. der Factor beim Factoring das Delkredererisiko gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr, die in Abhängigkeit von der Größe des Risikos schwankt.

Delphi-Methode

Die Delphi-Methode ist eine Prognosemethode, bei der mehrere Experten zunächst unabhängig voneinander zu einem Prognoseproblem befragt werden. Die Experten haben ihre Prognosen schriftlich begründet abzugeben. Die Befragung wird ausgewertet und ihr Ergebnis wird den Experten mitgeteilt. Experten, deren Prognosen weit von denen der anderen abweichen, können ihre Meinung entweder ändern, oder sie unter genauerer Begründung beibehalten. Die Befragung wird so lange durchgeführt, bis sich eine stabile Mehrheitsmeinung herausgebildet hat.

Demenz

Demenz steht für die Störung höherer Hirnfunktionen, die direkte Auswirkungen auf Gedächtnis, Sprache, Handlungsplanung und Ausführung das logische und abstrakte Denken und die Wahrnehmung haben. Die Demenzerkrankung an sich ist kein natürlicher Alterungsprozess, sondern eine krankhafte Entwicklung, die nicht mit der altersbedingten Vergesslichkeit oder vorübergehenden Zuständen geistiger Verwirrung zu verwechseln ist. Demenzerkrankungen nehmen wegen der durchweg höheren Lebenserwartung der Bevölkerung ebenso zu, so dass die unternehmerische Wohnungswirtschaft gut beraten ist, entsprechende Angebote für Demenzkranke zu schaffen.

Demografie

Die Demografie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit dem Leben, Werden und Vergehen menschlicher Bevölkerungen beschäftigt. Das betrifft sowohl die Anzahl als auch die Verteilung im Raum unter besonderer Berücksichtigung unterschiedlicher Faktoren (soziale etc.), die für die Veränderungen verantwortlich sind. Die Erforschung der Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten in Zustand und Entwicklung der Bevölkerung wird mit Hilfe statistischer Methoden erfasst und beschrieben. Mehr dazu hier.

Demoskopie

Demoskopie (dt.: Meinungsforschung) dient der Ermittlung von Einsichten, Einstellungen, Stimmungen oder Wünschen der Bevölkerung und versteht sich als Teilgebiet der Psychologie und der Soziologie. Bei der Meinungsforschung werden durch Befragungen auf der Basis eines repräsentativen Querschnitts der Bevölkerung Primärdaten gesammelt und interpretiert. In der Meinungsforschung kann es sowohl um einmalige Probeerhebungen wie auch um Langzeituntersuchungen gehen. Langzeituntersuchungen erfolgen entweder in Form wiederholter Befragungen oder in Form von Panel-Untersuchungen, bei denen über einen Zeitraum von oft mehreren Jahren wiederholt, genau dieselben Personen befragt werden. Dieser Ansatz wird gewählt, um Veränderungen im Meinungsbild detailliert messen zu können.

Dereliktion

Dereliktion (lat., Aufgabe des Besitzes) bezeichnet als Rechtsbegriff die Aufgabe des Eigentums an einer Sache durch den Eigentümer.
Sie geschieht nach deutschem Sachenrecht bei beweglichen Sachen gem. § 959 BGB durch Besitzaufgabe mit dem Willen, das Eigentum erlöschen zu lassen.
Die Dereliktion einer unbeweglichen Sache kann gem. § 928 BGB durch Erklärung gegen über dem Grundbuchamt und Eintragung im Grundbuch erfolgen. In diesem Fall ist nur der Fiskus (das jeweilige Bundesland) befugt, sich das herrenlose Grundstück anzueignen. Durch Dereliktion wird der ehemalige Eigentümer prinzipiell frei von allen Lasten, die an das öffentliche Eigentum gebunden sind. Er ist jedoch im Rahmen der Zustandsstörerhaftung weiter verantwortlich für Gefahren, die von diesem Grundstück ausgehen.

Derivate

Das Grundprinzip eines Derivats besteht darin, dass Leistung und Gegenleistung nicht wie beim Kassageschäft Zug-um-Zug bei Vertragsabschluss ausgetauscht, sondern für einen späteren Zeitpunkt vereinbart werden. Vertragsabschluss und Vertragserfüllung fallen zeitlich auseinander.
Derivate werden sowohl in standardisierter Form in an Terminmärkten oder direkt zwischen den Vertragspartnern in nicht standardisierter Form gehandelt.
Derivate können nach Art des zugrundeliegenden Geschäftes klassifiziert werden nach:

  • Zinsen FRA (Forward Rate Agreement), Zinsswaps, -optionen und -futures, Caps und Floors

  • Währungen Devisentermingeschäfte, -futures und -optionen

  • Aktien- bzw. Indizes Aktien- und Indextermingeschäfte, -futures und -optionen

  • Sonstige Credit Default Swaps oder Optionen, Wetterderivate usw.

Mehr dazu hier.

Derivative Werbung

Derivative Werbung ist gezielt auf ein Produkt oder Dienstleistung ausgerichtet und bewirbt diese. Vgl. dazu auch originäre Werbung

Dienstvertrag

Ein Dienstvertrag ist generell die Grundlage aller Arbeitsverträge, wobei nicht nur das Arbeitsverhältnis, sondern grundsätzlich jede Dienstleistung vertraglich über den Dienstvertrag nach § 611 BGB geregelt wird.

DIMAX Deutscher Immobilien Aktien Index

DIMAX ist der Deutsche Immobilienaktienindex, der vom Bankhaus Ellwanger & Geiger zusammengestellt wurde. In ihm sind die Aktien von 45 Gesellschaften (Stand 3/2005) registriert, deren Haupterträge sich aus der Entwicklung bzw. Bewirtschaftung von Immobilien ergeben. Zu den größten Werten zählen hier die IVG-Holding AG, die RSE-Grundbesitz AG und die Bayerische Immobilien AG. Erfasst sind damit alle in Deutschland börsennotierten Unternehmen, die mehr als 75 Prozent ihrer Erträge im Immobiliengeschäft erwirtschaften. Die Marktkapitalisierung dieser Unternehmen gibt Ellwanger & Geiger mit rund 5,7 Mrd. Euro an.

DIN ISO 9000

Die DIN ISO 9000 Familie ist eine Reihe von Regelwerken, die allgemeingültige Leitlinien und Empfehlungen zu Qualitätsmanagementsystemen (im folgenden QMS) gibt. Ein QMS umfasst: „alle Tätigkeiten des Gesamtmanagements, die im Rahmen des QMS die Qualitätspolitik, die Ziele und Verantwortungen festlegen sowie diese durch Mittel wie Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung verwirklichen.“ (Quelle DGQ- Schrift: QMS und internes Audit).
Zur Entwicklung der DIN ISO 9000 Familie kam es in den 80er Jahren. Die zunehmende Globalisierung des Handels machte eine Vereinheitlichung der Regelwerke notwendig. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es viele nationale und viele branchenspezifische Regelwerke. So wurde ein spezielles „ISO-Komitee“ („Internationale Standard Organisation“) mit der Ausarbeitung eines weltweit einheitlichen, branchenübergreifenden QM-Regelwerkes beauftragt.
Die DIN ISO 9000 Familie wurde im Jahre 2000 vollständig überarbeitet. Eine der Gründe für die Überarbeitung war die für Dienstleistungsunternehmen zu technisierte Sprache:

ISO 9000:2000
Beschreibt elementare Grundlagen für Qualitätsmanagementsysteme. Sie dient zum Verständnis und beinhaltet keine Forderungen an die QMS.
DIN ISO 9001:2000
Norm, die konkrete Anforderungen an das QMS stellen.
DIN ISO 9004:2000
Leitfaden, der von Unternehmen hinzugezogen werden kann, um die eigene Leistungsverbesserung aber auch um die Zufriedenheit der Kunden zu steigern.
DIN ISO 19011
Anleitung für das Auditieren von Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen.

DINK Double income, no kids

DINK (Double income, no kids) war ursprünglich in den USA eine Bezeichnung für Ehepaare, die kinderlos sind und sich auf ihre beruflichen Karrieren konzentrieren. Da beide Teile des Haushaltes berufstätig sind, erwirtschaften sie ein relativ hohes Einkommen.

Direct Costing

Das Direct Costing ist eine Teilkostenrechnung auf der Basis variabler Kosten. Beim einfachen Direct Costing werden zur Ermittlung des Periodenerfolgs von der Summe aller Produktdeckungsbeiträge (Umsatzerlöse abzüglich variable Kosten) die gesamten Fixkosten der Periode als Block abgezogen. Beim mehrfach gestuften Direct Costing werden die Fixkosten dagegen in Produktgruppen-, Kostenstellen-, Bereichs- und Unternehmensfixkosten aufgespaltet und in mehreren Stufen verrechnet. Das mehrfach gestufte Direct Costing liefert einen besseren Einblick in die Erfolgsstruktur, da zusätzlich zu den Produktdeckungsbeiträgen auch Deckungsbeiträge von Produktgruppen, Kostenstellen und Unternehmensbereichen ausgewiesen werden.

Disagio

auch Abgeld oder Abschlag genannt, ist der Betrag, den der Geber, z. B. eines Wertpapiers oder Kredites, außer den normalen Zinsen verlangt und in der Regel bei dessen Auszahlung einbehält. Durch diesen Betrag soll eine Zinszahlung vorgezogen werden, die auf die Laufzeit bzw. die Zinsfestschreibungszeit des Darlehens zu verteilen ist. Somit ergibt sich eine Erhöhung des Effektivzinses, die damit zu einer Verteuerung der Verzinsung der Verbindlichkeit des Darlehensnehmers führt. Ein solches Abgeld wird häufig beim Verkauf von Forderungen, Pfandbriefen und Hypotheken sowie von Wertpapieren (insbesondere Teilschuldverscherschreibungen) einbehalten.

Discounted-Cash-Flow-Verfahren

In den letzten Jahren hat sich, zumindest für Unternehmen ab einer gewissen Größe, die Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren durchgesetzt, sofern ein Unternehmenswert ermittelt werden soll. Das DCF-Verfahren ähnelt dem Ertragswertverfahren. Es werden jedoch nicht die Gewinne, sondern die dem Unternehmen in Zukunft potenziell entziehbaren Cash Flows ermittelt und auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Es wird davon ausgegangen, dass der Erwerber die dem Objekt entziehbaren Cash Flows entnimmt und zum Kalkulationszinsfuß anlegt, bzw., dass nicht entnommene Cash Flows mit der selben Rendite im Unternehmen verzinst werden. Der so ermittelte Unternehmenswert, vermindert um die eventuell zu übernehmenden Schulden des Unternehmens, wird auch als „Shareholder Value“ bezeichnet. Er zeigt insofern den Grenzpreis für einen vollständig eigenfinanzierten Firmenverkauf an.

Discount-Zertifikate

Discount-Zertifikate sind Anlageprodukte, die zu einem reduzierten Preis im Tausch für eine begrenzte Gewinnbeteiligung angeboten werden. Dieser Abschlag wird als Discount bezeichnet; im Gegenzug wird der mögliche Gewinn nach oben durch einen Cap begrenzt. Liegt der Basiswert am Ende der Laufzeit bei oder über dem maximalen Auszahlungsbetrag, zahlt der Emittent den Höchstbetrag (Cap) aus. Liegt der Kurs des Referenzwerts unterhalb des Cap, zahlt der Emittent entweder den aktuellen Preis des Zertifikats in bar aus oder er liefert dem Anleger den Referenzwert, etwa eine Aktie, zum aktuellen Kurs. Das Wahlrecht hat der Emittent. Bei Discount-Zertifikaten auf Indizes, Währungen oder Zinsen ist die Barauszahlung logischerweise obligatorisch. Während der maximale Gewinn sich aus der Differenz zwischen Kaufpreis und dem festgelegten Höchstbetrag des Referenzwerts errechnet, werden Verluste hingegen durch den Discount gedämpft. Der Anleger erleidet nur dann einen Verlust, wenn der Kurs des Basiswerts zur Fälligkeit so weit gefallen ist, dass der Discount aufgebraucht ist. Insofern wirkt der Discount wie ein Risikopuffer.
Siehe auch Zertifikate
Basket-Zertifikate
Bonus-Zertifikate
Index-Zertifikate
Schmetterlings-Zertifikate

Diskontsatz

Zinssatz, zu dem die Deutsche Bundesbank Wechsel, die bestimmten Erfordernissen entsprachen, ankaufte. Der Diskontsatz wurde von der Deutschen Bundesbank festgelegt. Er galt in Deutschland als Basiszinssatz und war deshalb Bezugspunkt in vielen Verträgen. Mit dem Übergang der Zuständigkeit für die Geldpolitik auf die Europäische Zentralbank (EZB) wurde das Diskontgeschäft eingestellt. In Verträgen und Gesetzen wurde der Diskontsatz durch den Basiszinssatz abgelöst, der mit Wirkung seit 1. Januar 2002 in § 247 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt ist.

Diskriminanzanalyse

Die Diskriminanzanalyse ist ein Verfahren zur Analyse von Gruppen- bzw. Klassenunterschieden. Mit dieser Methode ist es möglich, zwei oder mehrere Gruppen unter Berücksichtigung von einer oder mehreren Variablen zu untersuchen und zu ermitteln, wie sich diese Gruppen unterscheiden. Bei Analyse von nur einer Variablen spricht man von einer univariaten, bei mehreren von einer multivariaten Analysemethode. Im Unterschied zur Clusteranalyse ist die Diskriminanzanalyse kein exploratives, sondern ein konfirmatorisches Verfahren: Durch die Diskriminanzanalyse werden keine Gruppen gebildet, sondern man geht von einer vorhandenen Gruppierung aus und überprüft die Qualität dieser Gruppierung. Durch die Diskriminanzanalyse lässt sich analysieren:
>>>ob die vorliegende, möglicherweise durch Clusteranalyse ermittelte Gruppierung optimal ist oder ob sie verbessert werden kann;
>>>welche Variablen für die Gruppenbildung besonders geeignet sind bzw. auf welche Variablen sich die Gruppenunterschiede hauptsächlich zurückführen lassen;
>>>in welche Gruppe ein neues Objekt aufgrund seiner Merkmalsausprägungen einsortiert werden kann.
Innerhalb von Ratingverfahren wird so bspw. ermittelt, welche Ausfallpotentiale vorhanden sind und ob ein analysiertes Unternehmen zu den Kreditwürdigen oder nicht gehört.
Vergleiche auch Clusteranalyse.

Diskursethik

Die Diskursethik, auch Kommunikationsethik genannt, ist ein von den Philosophen Apel und Habermas entwickelter Ansatz zur gewaltfreien, rationalen und allgemein zustimmungsfähigen Lösung von Konflikten. Im öffentlichen Diskurs (Gespräch) als intersubjektiver Verständigungsprozedur soll Einigkeit über die normative Richtigkeit von Aussagen oder die Legitimität von Handlungsnormen hergestellt bzw. eine Lösung für Konflikte gefunden werden, der alle Beteiligten zustimmen können. An diesem Vorgang soll idealerweise eine unbegrenzte Zahl von gleichberechtigten Teilnehmern mitwirken, von denen vorausgesetzt wird, dass sie in der Lage sind, vernünftige Argumente und Lösungen einzusehen und zu akzeptieren. Weitere Voraussetzungen sind, dass im Verständigungsprozess kein Zwang ausgeübt werden darf (herrschaftsfreier Diskurs), dass sich die Diskursteilnehmer nur vom Prinzip der kooperativen Wahrheits- bzw. Konsensfindung leiten lassen und dass die Diskursbeiträge widerspruchsfrei sein müssen. Problematisch an dieser Theorie ist, dass sie eine prinzipielle Lösbarkeit aller Konflikte annimmt.

Distressed Loans

Distressed Loans wird in der Praxis meist als Synonym zu Non Performing Loans oder Sub Performing Loans oder Assets oder Debts verwendet. Von der Wortbedeutung her ist der Begriff jedoch weiter gefasst und beinhaltet Kreditarrangements, bei denen noch kein Verzug eingetreten ist, aber dieser zumindest droht (Watchlist-Kredite).

Diversifikation

Im Geldanlagebereich wird von Diversifikation gesprochen, wenn möglichst in unterschiedliche Finanzanlagen investiert wird.
Als Risikodiversifikation bezeichnet man den Effekt der sich daraus ergibt, dass man zwei oder mehr Assets miteinander in einem Portfolio kombiniert. Das so gewonnene Portfolio hat ein geringeres Risiko als die beiden einzelnen Assets. Diese Überlegung gilt dabei sowohl für Passiva als auch Aktiva. Diversifikationseffekte werden letztlich auch mit der Portfoliotheorie beschrieben.

Divisonaliserte Organisation

Die divisionalisierte Organisation ist eine moderne Organisationsform, die eine Spartengliederung nach Produkten, Märkten, Regionen oder Kunden vornimmt, um so eine stärkere Marktnähe zu erzielen. Querschnittsfunktionen wie Personal, Controlling oder Recht bleiben zentralisiert.

Zur Koordination sind operationale Zielvorgaben erforderlich.

– Cost-Center-Konzept: Unternehmensbereich arbeitet mit eigenem Kostenbudget

– Profit-Center-Konzept: Unternehmensbereich ist für Gewinn (Kosten und Erlöse) verantwortlich

– Investment-Center-Konzept: Unternehmensbereich trägt Verantwortung für Investitionen und Gewinn. Es wird ein Investitionsbudget festgelegt, aus dem die Division Einzelprojekte autonom bearbeiten kann.

DIX Deutscher Immobilienindex

Die DID Deutsche Immobilien Datenbank GmbH liefert Investoren und Immobilien-Bestandshaltern die Grundlagen zu objektiven Analysen der eigenen Immobilien-Portfolios. Diese ermöglichen den Vergleich mit Portfolios anderer Investoren und stellen damit eine wichtige Basis für Investitionsentscheidungen dar.
Die Analysen der DID basieren auf einer systematisch aufgebauten, kontinuierlich aktualisierten Immobiliendatenbank, die den Kunden eine Vielzahl von Auswertungsmöglichkeiten bietet.
Der DIX Deutscher Immobilien Index, der regelmäßig veröffentlicht wird, ist der einzige Immobilien-Performance-Index in Deutschland. Gemessen wird die Performance als Total Return, der sich in die Netto-Cash-Flow-Rendite und Wertänderungsrendite für Immobilien verschiedener Nutzungsarten wie Büro, Handel, Wohnen usw. zerlegen lässt.
Problematisch ist, dass seit 2004 das Verkehrswertvolumen des DIX schrumpft, da eine Anzahl institutioneller Investoren Immobilien im großen Stil verkauft haben. Das institutionell gehaltene Immobilienvermögen betrug im Jahr 2006 ca. 259 Mrd. Euro, von dem der DIX etwa 23% abdeckt.

Doppelte Buchführung

Unter doppelter Buchführung versteht man ein System, bei dem der Gewinn doppelt ermittelt wird. Einerseits werden das Vermögen und die Schulden erfasst, andererseits werden in einer Gewinn- und Verlust Rechnung die Aufwendungen den Erträgen gegenübergestellt. Hauptmerkmal der doppelten Buchführung ist die Verbuchung jedes Geschäftsfalls chronologisch im Journal und systematisch im Hauptbuch auf sogenannten Konten (jeder Geschäftsfall wird daher doppelt gebucht).
Dabei wird der Gewinn eines Unternehmens einerseits durch Betriebsvermögensvergleich (Buchung auf Bestandskonten) und andererseits durch Gewinn- und Verlustrechnung (Buchung auf Erfolgskonten) ermittelt. Vergleiche dazu auch Doppik und amerikanische Buchführung.

Doppik

Doppik bedeutet Kaufmännische DOPPelte Buchführung In Konten Soll und Haben bzw. in Kommunen oder in Körperschaften. Verwendung findet der Begriff Doppik vorzugsweise in der öffentlichen Verwaltung im Zusammenhang mit der Umstellung von der Kameralistik (einfache Buchführung mit Ein- und Ausgabenrechnung) hin zu den Gepflogenheiten der Privatwirtschaft – einschließlich einer Ergebniskontrolle, in Form der doppelten Buchführung.

Doppelte Buchführung

Doppelte Buchführung (Doppik) ist die planmäßige und lückenlose Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle einer Organisationseinheit mit dem Ziel, jederzeit einen Überblick über die Vermögenslage und den Stand der Verbindlichkeiten zu ermöglichen. Bei der doppelten Buchführung werden die Geschäftsvorfälle in zweifacher Reihenfolge und sachlicher Ordnung mit Auswirkung auf das (Betriebs-)Vermögen gebucht. Die Buchung erfolgt auf mindestens zwei Konten – Soll und Haben. Die Erfolgsermittlung erfolgt durch die Gewinn- und Verlustrechnung.

Due Diligence

Die deutsche Übersetzung des Begriffes Due Diligence gelingt am besten mit „Sorgfältige Untersuchung“. Dieser aus dem angelsächsischen kommende Begriff meint die sorgfältige Analyse einer Immobilie unter vielfältigen Aspekten im Vorfeld eines geplanten Kaufes. Gerade vor dem Hintergrund und in Anbetracht zunehmender wirtschaftlicher und rechtlicher Komplexität beim Immobilienerwerb stellt sich allerdings die Frage, weshalb nur wenige Marktteilnehmer die Akquisitionsobjekte vor Abschluss des Kaufvertrages einer gründlichen Analyse und Bewertung unterziehen.

Duration

Duration ist eine Kennzahl, die die durchschnittliche Bindungsdauer einer Kapitalanlage mit exakt festgelegtem Zahlungsstrom anzeigt. Hingegen beschreibt die modifizierte Duration die prozentuale Kursänderung einer Anleihe in Abhängigkeit von einer Marktzinsveränderung.

Dread Disease Versicherung

Die Dread Disease Versicherung gegen schwere Krankheiten stellt eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung dar, da die Berufsunfähigkeit und/oder Erwerbsunfähigkeit an sich häufig die Folge schwerer Erkrankungen ist. Die Diagnose von bspw. Herzinfarkt führt noch nicht zum Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Dread Disease Versicherung umfasst die Absicherung bei Tod und ca. 30 schweren Krankheiten, so z.B. Aortenplastik, Herzklappenoperation, bakterielle Meningitis, Blindheit, Bypass-Operation der Herzkranzgefäße, gutartiger Hirntumor, Herzinfarkt, HIV-Infektion durch Bluttransfusion, HIV-Infektion erworben als Folge bestimmter beruflicher Tätigkeiten, Koma, Krebs, Multiple Sklerose, Nierenversagen, Schlaganfall, Sprachverlust, Taubheit, Verlust von Gliedmaßen, Kinderlähmung (Poliomyelitis),
Motor-Neurone-Erkrankung usw. In jedem Fall sollten die tw. recht unterschiedlichen Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter miteinander verglichen werden.
Bei Eintreten des Leistungsfalls erfolgt die Auszahlung als Einmalzahlung.

DVFA/SG

als Abkürzung für: Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management und Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.
siehe dazu Cash Flow.

Dynamischer Verschuldungsgrad

Aussage, wann bei theoretisch vollständigem Einsatz des Cash Flow alle Fremdfinanzierungsmittel vollständig getilgt sind. Als Richtgröße gilt in der Wohnungswirtschaft ein Wert von etwa 30 Jahren.